Hochkönigsburg

November 2010

Im Elsass, nicht weit von Colmar, in ca. 755m Höhe steht die Hochkönigsburg. Im 12. Jh. das erste Mal erwähnt lag die Burg am Kreuzungspunkt wichtiger Handelsstrassen. Die Getreide- und Weinstrasse führte von Nord nach Süd und die Salz- und Silberstrasse von West nach Ost an dem Höhenzug Stophanberch vorbei.

Nachdem Friedrich II. von Hohenstaufen und die Habsburger Besitzer der Burg waren wurde sie dem Hause Tierstein als Lehen gegeben. Die Tiersteins bauten die Burg wieder auf und statten sie mit einem artielleriegerechten Wehrsystem aus. In Dreißigjährigen Krieg hielt Hauptmann von Liechtenau über einem Monat lang den Angriffen der Schweden stand. Dennoch wurde die Burg geplündert und in Brand gesetzt.

Über zweieinhalb Jahrhunderte lag sie brach bevor die Gemäuer mit dem benachbarten Wald 1865 Eigentum der Stadt Selestat wurde. Die Gesellschaft für die Erhaltung der Historischen Bauwerke des Elsass bemühte sich die Burg zu erhalten. Da sie aber durch Witterungseinflüsse, der Vegetation , Vandalismus und nicht zuletzt als Reserve von Baumaterialbeschaffung im Laufe der Französischen Revolution sehr in Mitleidenschaft geraten war ist die Erhaltung der Gesellschaft schnell über den Kopf gewachsen.

Da kam der Gedanke diesen Gebäudekomplex demjenigen zu übertragen der in der Lage ist sich darum zu kümmern. Ein Besuch Kaiser Wilhelm des II. nahm die Stadt zum Anlass ihm die Ruinen im Mai 1899 zum Geschenk zu machen. Der Kaiser wollte sich aber mit dem Erhalt der Ruinen nicht zufriedengeben und beschloss sie wieder aufzubauen. In den Jahren 1900 - 1908 erfolgte der Wiederaufbau und bis 1918 waren dann die Abschlussarbeiten und Ankäufe von Sammlungen abgeschlossen.

Durch den Vertrag von Versailles 1919 wurden die Güter der deutschen Krone Eigentum Frankreichs und somit auch die Hochkönigsburg.

http://www.haut-koenigsbourg.fr/de

Nur wenige Fußminuten weiter stehen die Ruinen der Kleinen Königsburg. Nur durch einen Zaun, wegen Einsturzgefahr, können die restlichen Mauern betrachtet werden.